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Wärme für Weißrussland - Ofenbau in Iwenjezk
Mit dem Behördenvertrauen eines deutschen Staatsbürgers ausgestattet,
fuhren wir an einer 5 km langen Lastwagenschlange vorbei, um uns an der
polnischen Grenze den Grenzübertritt genehmigen zu lassen. An allen
innereuropäischen Grenzen hatte man unsere Papiere kurz abgenickt und
als das Ziel unserer Reise bekannt wurde, uns sogar ein mitleidiges
Lächeln zukommen lassen. Warum wir dieses Lächeln verdient hatten,
wurde uns in den nächsten 12 Stunden Grenzübertritt klar.
Es begann nach beendetem Überholvorgang der LKW-Schlange, als der
polnische Schlagbaum für den Zollbereich auftauchte, und uns von hinten
ein schwarzer BMW der 7er Reihe mit 3 Personen überholte. Zwei
Mittelgewichtsboxer, wahrscheinlich "ohne olympische Er-fahrung", aber
dennoch sehr ernst zu nehmen, erklärten uns die hier geltenden
Überholspielregeln und forderten uns auf, 60 Dollar für die Vorfahrt zu
berappen. Der sofort von uns angesprochene polnische Grenzer konnte
unseren Papieren plötzlich nicht mehr entnehmen, daß humanitäre
Hilfe vorlag und damit ein beschleunigter Grenzübertritt zugesichert war.
Erst nach Zahlung unserer "Vorfahrtsgebühr" kam das Erinnerungsvermögen
zurück und wir wurden von den Grenzern freundlich vorbei gewunken. Wer von uns nun glaubte es sei alles geregelt, der hatte sich getäuscht.
2 Stunden dauerte der polnische Grenzübertritt, der vor allem durch
zeitraubende Schichtwechsel geprägt war, die stets so abgestimmt waren,
daß Wartezeiten auftraten. Doch noch warteten 8 Stunden Grenzübertritt
nach Weißrussland auf uns, die neben dem Nervenkrieg gegen die
allmächtige Bürokratie (eine Taschenlampe als "Präsent" sowie ca. 60.-
Euro Bearbeitungsgebühr - nicht in Rubel bezahlbar), allen
Reiseteilnehmern beinahe den Elan für die gute Sache geraubt hätte.
Gekrönt wurde der Grenzübertritt gegen 3.00 Uhr früh, als wir ca. 5 km
nach der letzten Schranke von einer Polizeistreife wegen
Geschwindigkeitsüberschreitung zu einer nicht unerheblichen
Dollarzahlung aufgefordert wurden. Auf Anraten unseres Dolmetschers
waren uns jetzt aber alle russischen und englischen Sprachkenntnisse
entfallen, so daß nach langem Hin und Her etwa 20 Dollar
ausreichten um die Fahrt in der Dunkelheit fortzusetzen.
Nach einer Übernachtung der erschöpften Truppe in Brest erreichten wir
am Sonntag gegen Mittag unser Ziel, das Kinderheim in Ivenic, ca. 100
km vor Minsk.
Wir wurden zurückhaltend freundlich empfangen und erhielten von der
Direktion eine Führung durch das riesige Heimgelände. Die Direktorin
Frau Elena Petraschkewitsch
wies uns stolz darauf hin, daß dieses Heim das wohl best ausgestattete
im ganzen Landkreis sei.
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